Flowstate

Zwischen Linien und Strömung – Wie ich Flow in diesem Bild erlebt habe

Dieses Bild ist nicht aus einer klaren Idee entstanden. Es ist aus einem Gefühl heraus gewachsen.

Als ich angefangen habe, hatte ich kein fertiges Konzept im Kopf. Da war eher eine Bewegung, ein innerer Impuls, dem ich gefolgt bin. Ich habe mit einfach Linien begonnen, die sich richtig anfühlten und aus Ecken Rundungen gemacht. Erst beim betrachten der Bleistiftskizze durchfuhr mich die Inspiration mit der Magnolie aus unserem Vorgarten. So kam es zu der Farbgebung.

Bleistiftskizze
Magnolie Vorgarten

Während ich gemalt habe, sind diese weichen, fließenden Strukturen entstanden. Fast wie Strömungen. Ich habe sie nicht geplant, sondern eher gespürt. Es war dieses typische „Ich gehe einfach weiter und schaue, was passiert“. Und genau da beginnt für mich Flow.

Neuro Magnolie

Wenn ich aufhöre zu kontrollieren

Flow ist für mich nicht dieser perfekte, magische Zustand, von dem alle sprechen. Es ist eher der Moment, in dem ich aufhöre, alles kontrollieren zu wollen. Ich merke das daran, dass ich Entscheidungen nicht mehr zerdenke. Ich arbeite einfach weiter. Ein Strich führt zum nächsten. Eine Form ergibt sich aus der vorherigen.

Die Linien in diesem Bild sind genau so entstanden. Ich habe sie nicht konstruiert – sie haben sich entwickelt. Sie erinnern mich selbst an etwas Organisches, fast wie Adern oder Verbindungen. Sie trennen die Formen, aber gleichzeitig verbinden sie alles miteinander. Und genau so hat es sich angefühlt: nicht getrennt, sondern eingebunden in den Prozess.

Struktur gibt mir Halt – aber keine Enge

Die metallischen Linien waren für mich ein wichtiger Punkt. Sie geben dem Bild eine Struktur, eine Art Gerüst. Aber ich wollte nicht, dass sie starr wirken.

Ich brauche etwas, woran ich mich orientieren kann – aber ich will darin nicht eingesperrt sein.

Innerhalb dieser Linien konnte ich frei arbeiten. Man sieht die Pinselbewegungen, die Wiederholungen, das leichte Variieren.

Während ich das Blau gemalt habe, hatte ich das Gefühl von Hingabe. Diese sanften Übergänge, dieses Fließende – das war wie ein innerer Raum. Ein Gefühl von Tiefe und Freiheit. Die Blütenblätter hingegen hatten so eine Liebe in sich, so eine ganz besondere Weichheit – zart.

Licht, Bewegung und Energie

Der Metalliceffekt hat für mich noch eine andere Ebene in Spiel gebracht: Licht.

Je nachdem, wie man schaut, verändern sich die Linien. Sie sind mal präsenter, mal ruhiger. Dadurch entsteht Bewegung, obwohl das Bild natürlich still ist.

Video vom Metalliceffekt – Spiegelungen

Dieses Bild ist kein Ende

Wenn ich ehrlich bin, fühlt sich dieses Bild nicht wie ein fertiges Ergebnis an, sondern wie eine offene Weite. Wie etwas in das man eintauchen möchte.

Und vielleicht ist genau das das Wertvollste daran. ♥